„Stadtteilkommission“ 
zur Rindermarkthalle? 
Nein danke!

Zur Klarstellung: Die Wunschproduktion Alte Rindermarkthalle beteiligt sich nicht an der „Stadtteilkommission“, die über so genannte soziokulturelle Nutzungen von ca. 850 m2 Fläche im Obergeschoss der Halle entscheiden soll. Der Hauptmieter Edeka Nord und die Projektentwicklungsfirma Maßmann & Co hatten im November 2012 erklärt, dass Stadtteilinitiativen als Vertreter der Anwohner_innen Teil der Kommission angehören sollen. Zu diesen zählten sie auch die Wunschproduktion.

Die Wunschproduktion ist jedoch keine wie auch immer geartete Anwohner-Vertretung, sondern ein eigenständiger Planungsprozess von Anwohner_innen für Anwohner_innen zur künftigen Nutzung der gesamten Rindermarkthalle. Er trägt seit November 2010 deren Wünsche und Ideen zusammen, die ein deutlich anderes Nutzungskonzept ergeben als das, was Edeka Nord und Maßmann & Co kürzlich der Presse vorgestellt haben.

Die „Stadtteilkommission“ hingegen dient – ebenso wie die „Workshops“ von Maßmann & Co – als Simulation einer Bürgerbeteiligung. Sie soll darüber hinwegtäuschen, dass die Planung der Halle vollständig privatisiert wurde. Entscheiden kann die Kommission über die Vergabe von ganzen 4,5 Prozent der gesamten Nutzungsflächen. Das wäre selbst dann ein Witz, wenn diese Kommission ausschließlich mit Anwohner_innen besetzt wäre – tatsächlich besteht sie aber aus Vertretern der Parteien in der Bezirksversammlung und drei Delegierten des Sanierungsbeirats Wohlwillstraße. Die Sanierungsbeiräte Sternschanze und Karoviertel hatten ihre Teilnahme zuvor zurecht verweigert, ebenso die Initiative für einen sozialen Garten Keimzelle.

Sollte der Vertrag zwischen Sprinkenhof AG und Edeka Nord aus welchen Gründen auch immer platzen, wird die Wunschproduktion gerne mit allen Anwohner_innen ein Nutzungskonzept entwickeln, das wirklich auf die Bedürfnisse der umliegenden Stadtteile zugeschnitten ist – und nicht auf innerstädtische Expansionspläne eines Einzelhandelskonzerns.

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